Matthias-Claudius-
Schule

 

   

 

Sozialarbeit an der MCS


Die Glocke, 22.2.2006

------------ Mike Antonowitsch ---------------------------------------------------------

Ein Mann für alle Schulprobleme

Rheda-Wiedenbrück (nit).
Die Probleme sind unterschiedlich, der erste Schritt zur Lösung aber stets derselbe: Wenn den Schülern der Matthias-Claudius-Schule Rheda irgendwo der Schuh drückt, sind sie bei Mike Antonowitsch an der richtigen Adresse. Der 33-Jährige ist Schulsozialarbeiter und seit vier Wochen neuer Ansprechpartner für die Hauptschüler. Schwerpunkt seiner Arbeit: Beratungsgespräche für Kinder aus den fünften bis siebten Klassen.

Zuhören und da sein: Mike Antonowitsch hat für die Probleme der Schüler immer ein offenes Ohr.                     Bild:Tiemann

Als der städtische Schulausschuss vor sieben Jahren erstmals den Antrag auf eine Schulsozial- arbeiterstelle bewilligte, war das Thema Sozialarbeit an Schulen noch Neuland. In Zeiten von Pisa, Bildungsmisere und Co. ist es still geworden um die Kritiker solcher Maßnahmen.

 

„Wir müssen uns den Herausforderungen der Zeit stellen”, machte Klaus W. Giljohann, Fachbe- reichsleiter Schule in der Stadtverwaltung, gestern deutlich.
Drei „halbe” Sozialarbeiterstellen finanziert die Stadt Jahr für Jahr an der Matthias-Claudius- Schule Rheda. Dass eine dieser Stellen nun mit Antonowitsch neu besetzt werden konnte - für die Schule nach Angaben ihres Leiters Reinhard Mader ein echter Glücksfall. Bislang fehlte nämlich ein männlicher Ansprechpartner für die Jungs, die, so Antonowitsch, „gewisse Probleme lieber von Mann zu Mann besprechen”.
Seinen Schwerpunkt sieht der 33-Jährige künftig in der Arbeit mit den jüngeren Schülern. Probleme wie Prüfungsangst, die Tendenz zum Schulschwänzen oder private Schwierig- keiten - all diese Dinge möchte der Sozial- arbeiter so früh wie möglich im Keim ersticken. Zudem geht er regelmäßig in die Klassen, übt die Einhaltung von Regeln und das Verhalten in der Gruppe. Sollten Einzelne Hilfe benötigen, kann er sie als Mitarbeiter der Diakonie Gütersloh (Trägerin der Schulsozialarbeit) unkom- pliziert an die Beratungsstellen für erzieherische Hilfen vermitteln.
390 Schüler besuchen die Hauptschule in Rheda. Nach Einschätzung der Sozialarbeiter nehmen zehn bis 20 Prozent aller Schüler eines Jahrgangs ihre Beratung in Anspruch. Hauptgrund sei die schlechte Lage auf dem Arbeitsmarkt, die vielen Schülern die Lust am Lernen verdirbt. Mader betont, dass körperliche Gewalt an seiner Schule trotzdem „absolut kein Thema” sei.

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