Matthias-Claudius-
Schule

 

   

 

Pressebericht der "Neuen Westfälischen" vom 3.02.07  über die Klimaexpedition in Jahrgang 8


Schüler tragen die Welt auf Händen: Martin Fliegner (l.) und Achtklässler der Matthias-Claudius-Hauptschule stützen den auf eine Wand projizierten Globus. Die Jugendlichen schützen ihn, indem sie im Alltag Energie sparen. FOTO: WERNZ

„Wenig kann viel anrichten“
Schüler der Matthias-Claudius-Schule beschäftigen sich mit dem Klimawandel
VON ANNALENA WERNZ

nRheda-Wiedenbrück.
„Wer im Sommer in ein Auto steigt, das zehn 10 Minuten in der Sonne gestanden hat, findet es darin total heiß. Das ist der Treibhauseffekt”, erklärt Martin Fliegner, Geograph, Matthias- Claudius-Schülern. Er ist Mitarbeiter von Geoscopia, dessen Team die weiterführenden Schulen in Rheda-Wiedenbrück besucht.

Gegen den Treibhauseffekt unternehmen alle 17 Schulen der Stadt etwas: Sie beteiligen sich an der Aktion „Energiesparen macht Schule”. Von 2000 bis 2005 wurden allein durch Verhaltensänderungen wie bewusstes Lüften oder Heizen 1.727, 39 Tonnen Kohlenstoff-Dioxid-Ausstoß vermieden, was 370.654 Euro entspricht.
Von diesem Geld und vom Sponsor „Eine Welt Netz – deine Stimmt gegen Armut” finanziert, wurde Gesocopia beauftragt, den Schülern der siebten und achten Klassen viele spannende und zugleich auch erschreckende Fakten näher zu bringen. Die Geographen verdeutlichten, was Klimawandel überhaupt ist.

Mit eindrucksvollen Satellitenfotos, die zum Teil live aus dem All überspielt wurden, illustrierten Fliegner und sein Kollege Michael Geisler ihren Vortrag in der Matthias-Claudius-Hauptschule. Sie bezogen die Schüler ein. Die Jugendlichen mussten sich viele Dinge selbstständig erarbeiten und eigene Ideen liefern.
Gemeinsam erkundeten die Schüler, die sich sehr interessiert zeigten, die Auswirkungen des Klimawandels auf die Menschen und die Erde.
Denn wie bei dem erhitzten Auto ist es auch mit dem Globus. Neben dem natürlichen Treibhauseffekt verursachen die Menschen einen künstlichen. Durch Autoabgase, die Verbrennung von Kohle, 01 und Gas, Vulkane und durch Ausatmen entsteht Kohlenstoff-Dioxid.

 

„Wenn ein Auto fünf Tankfüllungen leerfährt, gibt es sein gesamtes Gewicht in Kohlenstoff-Dioxid an die Luft ab”, so Fliegner zu den verblüfften Schülern. Normalerweise könnten Wälder den Großteil der Gase in Sauerstoff umwandeln, doch auch in dieses System greifen die Menschen ein. Vor allem für Tierfutter, wie Sojabohnen, holzen sie den Regenwald ab. „Die Menschen bauen Soja-Bohnen an, die aus normalen Tieren Power-Kühe machen, damit wir mehr Milch und Fleisch haben.” Pro Minute wird alleine im brasilianischen Regenwald eine Fläche von fünf Fußballfeldern abgeholzt, weltweit sind es 31.
Der Geograph erklärte, dass der Anstieg der Durchschnittstemperatur in den nächsten 100 Jahren bei zwei bis drei Grad liege. Das sei wenig, meinten die Schüler. Ob es 15 oder 17 Grad seien, spüre man nicht. Diese Meinung nahmen sie allerdings sofort zurück, als Fliegner sagte: „Während der Eiszeit war die Durchschnittstemperatur nur fünf Grad niedriger als heute. Könnt ihr euch jetzt vorstellen, was drei Grad ausmachen?”
Doch jeder könne etwas gegen den Klimawandel unternehmen. Fliegners Vorschlag: öfter mal Fahrrad fahren oder Bio-Fleisch zu kaufen, da die Bauern das Futter selbst anbauen und „Energiesparen macht Schule” für zu Hause übernehmen. Also öfter mal Stoßlüften und die Heizung zu kontrollieren würden schon helfen.
Die Schüler äußerten sich zu den zwei Schulstunden überaus positiv. Sie fanden die Präsentation sehr interessant. „Ja, man kann etwas daraus lernen. Ich weiß jetzt, dass wenig viel anrichten kann”, meinte Julian Ellebracht über den voraussichtlich eintretenden Temperaturunterschied.
„Erzählt doch euren Freunden und Familien von dem, was ihr hier gelernt habt”, sagte Fliegner. „Jetzt wisst ihr, was ihr mit den kleinsten Dingen hier in der ganzen Welt verändern könnt.”


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